Netzwerk-Arbeitsgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“ hat vier Grundschulen besucht

Netzwerk-Arbeitsgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“ haben vier Grundschulen besucht

Petra Franke, Schüler, Miriam Albers, Stephani Gobernack


Informationskampagne für Kinder und Jugendliche fortgesetzt

Die Netzwerk-Arbeitsgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“ mit Beteiligten vom Landkreis Goslar, Jugendschutz sowie der Fachstelle Kinderschutz und Schulspezialdienst, vom Frauenhaus Goslar und der Polizeiinspektion Goslar verteilte 200 Info-Taschen in vier Schulen. Mit dabei die Förderschule Marie-Juchacz-Schule in Wolfshagen, das Förderzentrum Sehusaschule in Seesen, das Stephanstift Evangelische Jugendhilfe in Clausthal-Zellerfeld sowie die Förderschule „Schule am Harly“ in Vienenburg.

In der Schule am Harly überreichten Stephani Gobernack vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar, Petra Franke, Kinderschutzkraft und Netzwerkkoordinatorin beim Landkreis Goslar und Schulleiterin Miriam Albers an ausgewählte Kinder der Mittelstufenklassen fünf bis sieben die Taschen. Hilfe holen ist einfach, vorausgesetzt, die Stellen, wo es adäquate Hilfe gibt, sind bekannt. Die Arbeitsgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“ setzt aus diesem Grund ihre Informationskampagne, die sich gezielt an Kinder und Jugendliche richtet, auch im Jahr 2022 fort.

Die Taschen sind gefüllt mit Informationsmaterial, eigens für die Kampagne entworfene Stundenpläne, eine Notfallkarte, ein Lineal, eine Trinkflache sowie ein Aufkleber „Polizei für Dich“. Damit sollen die Hilfestellen für Kinder und Jugendliche im Landkreis Goslar bekannt gemacht werden. U.a. sind auf der Rückseite des Stundenplanes die Erreichbarkeiten der verschiedenen Hilfestellen dargestellt. Außerdem soll der Plan als steter Begleiter im Schulalltag daran erinnern, dass die Kinder ihre Probleme nicht alleine bewältigen müssen.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe vermuten, dass die Corona-Pandemie die Situation noch verschärft haben könnte und Kinder und Jugendliche noch häufiger Opfer von Übergriffen unterschiedlicher Art werden. Petra Franke machte deutlich, dass gewalttätige Übergriffe oft von Menschen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld der Kinder verübt werden: „Die Betroffenen kennen die Täterinnen und Täter oftmals gut und vertrauen ihnen häufig sogar. In der Folge stellen sich die jungen Opfer die Frage, wer ihnen in dieser Situation helfen kann.“

Ein weiteres Problem skizziert der Schulspezialdienst des Landkreises Goslar: „Kinder und Jugendliche, die Opfer gewalttätiger Übergriffe geworden sind, suchen die Schuld oft bei sich selbst. Sie hegen große Zweifel daran, dass ihren Erzählungen überhaupt jemand Glauben schenkt.“ Stephani Gobernack vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar ergänzt, „ … und die Kinder werden von den Tätern häufig seelisch und körperlich unter Druck gesetzt, niemandem etwas zu erzählen“.

Mit der Aktion soll den Opfern gewalttätiger Übergriffe Mut gemacht werden, sich einem Erwachsenen anzuvertrauen und den Weg aus der Einsamkeit zu finden. Je nach Haushaltslage sollen weitere Stundenpläne beschafft werden. Die Arbeitsgruppe möchte so viele Kinder wie möglich mit den Informationen ausstatten.

Weitere Auskünfte erteilt Petra Franke vom Landkreis Goslar bei Interesse telefonisch unter der Rufnummer (05321) 76-445 oder per E-Mail p.franke@landkreis-goslar.de

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