Stress, Depressionen und falsche Ideale

Kooperationspartner


Babak Rafati spricht anlässlich des Weltmännertages im Goslarer Kreishaus
Rund 120 Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten dem Vortrag des ehemaligen Fifa- und Bundesligaschiedsrichters

Anlässlich des Weltmännertages am Donnerstag, 3. November, wurde im Goslarer Kreishaus dem Thema Stress und psychische Erkrankungen bei Männern mittels eines Vortrags besondere Aufmerksamkeit geschenkt: Zu Gast im Kreistagssaal war Babak Rafati, Businessspeaker und ehemaliger Fifa- und Bundesligaschiedsrichter, der seinen Vortrag „Stress und Depressionen – in Familie und Beruf. Wie geht MANN damit um?“ präsentierte. Rund 120 Zuhörerinnen und Zuhörer folgten der Einladung zur Vortragsveranstaltung. Organisiert wurde diese seitens des Landkreises Goslar von der Gleichstellungsbeauftragten Kathrin Falkner und dem Servicebereich, als externe Kooperationspartner wirkten zudem die Braunschweigische GUV (BS-GUV) als Berufsgenossenschaft für den Landkreis, die AOK Niedersachsen und hkk Krankenkasse, mit.
Babak Rafati ging in seinem Vortrag vor allem auf die Ursachen von Stress in verschiedenen Bereichen des Lebens ein, und wie solch schwierige Situationen mit den richtigen Techniken gemeistert werden können. Er schöpfte dabei aus eigenen Erfahrungen und schilderte, wie er selbst psychischen Druck in stressigen Situationen erfuhr und zum damaligen Zeitpunkt nicht wusste, wie er damit umgehen sollte.

„Ich sage immer, ich bin ein Vorbild. Ein Vorbild dafür, wie man es nicht macht, und ein Paradebeispiel für falsche Denkmuster“, erläuterte er dem Publikum. Er selbst litt an Depressionen, die in einem Selbstmordversuch resultierten. Seinem Publikum erklärte Babak Rafati daher, wie Handlungen und geänderte Denkweisen bei der Stressbewältigung helfen können, welche entscheidende Rolle eine klare Kommunikation dabei spielt und wieso das Ideal der „starken“ Männer, die keine Gefühle zeigen dürfen, so schädlich sein kann. Rafati erinnerte zudem daran, dass seine Tipps nur Wegweiser seien – den Weg, um Stress zu bewältigen, müsse jeder selbst gehen. Seinen Vortrag schloss er mit einer Fragerunde, bei der das Publikum noch einmal zu bestimmten Themen oder zu Rafatis eigenen Erfahrungen nachhaken konnte.

Der Weltmännertag am 3. November stellt jährlich die psychische Gesundheit von Jungen und Männern in den Vordergrund.

Dies war auch das erklärte Ziel der Veranstaltung im Kreistagssaal: So sollte mit dem Stigma gebrochen werden, das dem Thema psychische Erkrankungen bei Männern auch heute noch häufig anlastet. Dies unterstrich auch Landrat Dr. Alexander Saipa zu Beginn der Veranstaltung: „Psychische Gesundheit ist ein ernstes und wichtiges Thema, denn unsere Leistungsgesellschaft verlangt jedem von uns sehr viel ab – Männer wie Frauen. Doch Männer neigen dazu, eher nicht über diese Gefühle zu sprechen“, so Landrat Dr. Alexander Saipa. Daher dankte er den Organisatoren, dass diesem wichtigen Thema mit der Veranstaltung der verdiente Raum gegeben wurde.

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