DDR-Grenzsäule am Eckerknick erinnert an den Verlauf der innerdeutschen Grenze

Die Grenzsäule steht am Internationalen Weg. Nur wenige Meter dahinter fließt die Ecker.


Die bei den 1990 durchgeführten Abbauarbeiten der Grenzsperranlagen (Zäune, Signalanlagen, Beobachtungstürme, Kfz-Sperrgräben u.a.) entlang der knapp 1400 Kilometer langen und von den DDR-Grenztruppen streng bewachten innerdeutschen Grenze entfernte Grenzsäule Nr. 940, wurde vor kurzem durch eine neue Säule in Stahlkonstruktion ersetzt, damit der einstige Grenzverlauf nicht in Vergessenheit gerät. Aus der Grenze mit Todesstreifen, wurde ein friedlicher Geländestreifen: Das „Grüne Band“.

Zwischen dem Eckerwehr und der ehemaligen Siedlung Altfeld macht die Ecker einen Knick nach rechts und fließt zum nordöstlich gelegenen Mühlendorf Abbenrode. Die innerdeutsche Grenze, die im Nordharz in der Mitte der Ecker verläuft, führt ab diesem Grenzbereich am „Internationalen Weg“ entlang, der nach der Grenzöffnung als Harzer Grenzweg ausgeschildert ist. Die in den Farben schwarz-rot-gold angestrichene Grenzsäule mit dem DDR-Staatswappen hat die Nr. 940, ragt 2 Meter aus der Erde, wiegt rund 280 Kilogramm und steht am Harzer Grenzweg zwischen Eckertal und Abbenrode etwa 200 Meter südlich vom Informationspunkt Altfeld, an dem der Mühlenwanderweg beginnt. Nördlich von diesem Standort stand ein DDR-Beobachtungsturm aus Holz.

In diesem Grenzabschnitt sind am 31. Mai 1964 in den Nachtstunden vier Schüler aus Wasserleben unverletzt durch einen doppelten Stacheldrahtzaum über die Ecker in den Westen geflüchtet und von einer Doppelstreife des Zollgrenzdienstes der Grenzaufsichtsstelle Eckertal, die zum Zollkommissariat Bad Harzburg gehörte, aufgegriffen worden. Damals gab es noch keinen Streckmetallzaun und keine Grenzsäulen.

Auf Anregung des Grenzerkreises Abbenrode, in dem unter anderem ehemalige Beamte vom Bundesgrenzschutz und Zollgrenzdienst sowie Soldaten der DDR-Grenztruppen Mitglied sind, hat die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) mit Sitz in Magdeburg die stählerne Grenzsäule finanziert.

Text/Fotos (4): Helmut Gleuel

Foto der Original-Grenzsäule vom 31.05.1984: Bert-Gerhard Hildebrandt Hinweis: An der Grenzsäule mit den drei Grenzaufklärern ist eine Sense
angelehnt worden (siehe Stiel), die zum Mähen der hohen Grasflächen
benutzt worden ist.

Hinweise:
Das am Ostrand des Unteren Schimmerwaldes gelegene Eckerwehr, ist vom Westen nur über einen Trampelpfad vom Harzer Grenzweg zu erreichen.

Von den am 31. Mai 1964 aus der DDR geflüchteten vier Jugendlichen bin ich seit sieben Jahren mit einem befreundet.

In dem teilweise bewaldeten Grenzabschnitt zwischen Eckertal und Abbenrode habe ich als Zollbeamter in den 1960er Jahren Streifendienst versehen. Hierbei bin ich unter anderem Grenzaufklärern der DDR-Grenztruppen begegnet und konnte Fragen (z.B. über Fußball) der auf dem etwa 50 Meter von der Grenze entfernten Holzbeobachtungsturm diensthabenden Soldaten beantworten.

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