Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Teilnehmer der Gedenkveranstaltung am Hochkreuz


Mahnung zum Frieden auf dem Ehrenfriedhof bei Oderbrück im Oberharz

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine steht im Mittelpunkt

Oderbrück. Wärmende Sonnenstrahlen scheinen auf die in 810 Meter Höhe gelegene Kriegsgräberstätte am Wanderweg zwischen der Bundesstraße 4 bei Oderbrück und dem Brocken.

Auf dem kleinen Ehrenfriedhof, der am 28. September 1946 eingeweiht wurde, sind 99 überwiegend junge deutsche Soldaten, die im April 1945 bei den Kämpfen im Harz gefallen sind, und 14 russische Soldaten, die als Kriegsgefangene in Transporten ums Leben kamen, bestattet.

Nachdem der Bundesgrenzschutz aufgelöst und anschließend der Bundeswehrstandort Goslar geschlossen wurde, wird von Reservisten der Bundeswehr aus Bad Harzburg und vom zuständigen Revierleiter der Nationalparkverwaltung Harz die traditionelle Gedenkstunde mit Kranzniederlegung ausgerichtet.

Nationalparkförster Gustel Bock und Oberstabsfeldwebel d.R. Willi Eligehausen legten Kränze der Bundesministerin der Verteidigung und des Landes Niedersachsen vor das Hochkreuz.

Worte des Gedenkens und Erinnerns

„Heute gedenken wir traditionell der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und versammeln uns zur Friedensmahnung“, sagte Oberstleutnant d.R. Claus Jähner.

In seiner Gedenkrede ging der Reserveoffizier auf die gegenwärtige Situation in der Ukraine ein und führte unter anderem folgendes aus:

„Keiner von uns hätte je gedacht, dass wir heute wieder inmitten eines Krieges in Europa stehen. Über 40 Millionen Menschen in der Ukraine sind seit dem völkerrechtswidrigen Überfall Russlands von Not und Tod bedroht. Wir müssen der Ukraine helfen sich zu behaupten und mit militärischem Material helfen. Die Ukraine wird aber auch einsehen müssen, dass sie sich auf Verhandlungen nicht erst einlassen kann, wenn sie alle Kriegsziele erreicht hat. Dieser Friedhof, auf dem ja auch Menschen aus der Sowjetunion bestattet sind, keiner weiß so genau, ob Russen, Weißrussen oder Ukrainer, ist ein guter Ort zu fordern, dass jetzt und nicht erst in Monaten oder Jahren, Gesprächsebenen gefunden werden müssen, die im weiteren Verlauf einen Waffenstillstand und ein Kriegsende ermöglichen.“

Bevor Claus Jähner den Text des Totengedenkens vorlas, blies Obergefreiter d.R. Jobst-Alexander Dreß auf der Trompete das bekannte Lied „Ich hatt´ einen Kameraden“ und zum Abschluss der Gedenkveranstaltung die deutsche Nationalhymne.

Text/Fotos: Helmut Gleuel

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