Hilfe holen ist so einfach

Stephani Gobernak, Elke Ballhausen, Claudia Kohl, Jenny Nemet, Holger Fenker, Klassenlehrerinnen und die Klassen 3S1 und 3S2.


„Hilfe holen ist so einfach“, das Netzwerk Familie im Landkreis Goslar startete eine Aktion gegen sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche, auch anonym.

Es gelingt es jedoch nur erfolgreich Hilfe für sich oder andere zu holen, wenn die Hilfestellen bekannt sind. Und genau dort soll die neueste Aktion des Netzwerkes Familie, bestehend aus Präventationsteam Polizei, Frauenhaus, Kinderschutz, Jugendschutz und Schulspezialdienst, ansetzen. Der Startschuss erfolgte in der Grundschule in Oker, stellvertretend für alle Grundschulen in Goslar. Gekommen waren Stephani Gobernak (Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar), Elke Ballhausen (Schulspezialdienst, Landkreis Goslar), Jenny Nemet (Frauenhaus Goslar) und Holger Fenker (Kreisjugendpfleger). Sie verteilten zusammen mit der Rektorin Claudia Kohl gefüllte Taschen an die Klassen 3S1 und 3S2. In den Taschen jeweils ein Stundenplan, ein Schlüsselanhänger, ein Aufkleber und eine Trinkflasche. Noch bis zu den Sommerferien sollen 5.000 Taschen, gefüllt mit Informationsmaterial, „Giveaways“ und eigens dafür entworfenen Stundenplänen an die Schülerinnen und Schüler im Landkreis Goslar an je sechs Grundschulen und weiterführende Schulen verteilt werden.
Mit dem Stundenplan, auf dessen Rückseite die Erreichbarkeiten der unterschiedlichen Hilfestellen verzeichnet sind, soll den Kindern das Hilfeholen erleichtert werden. Ferner soll er als Begleiter durch den Schulalltag stetig daran erinnern, dass sie mit ihren Problemen nicht allein zurechtkommen müssen. Die Netzwerkmitglieder vermuten, dass die Coronapandemie die Situation noch verschärft haben könnte und Kinder und Jugendliche noch häufiger Opfer von unterschiedlichen Übergriffen sexueller Art geworden sind. Elke Ballhausen vom Schulspezialdienst des Landkreises Goslar erläuterte, dass sexuelle Übergriffe oft von Menschen verübt werden, die die Kinder gut kennen, denen sie vertrauen, die Grenzen verletzen und Kinder und Jugendliche am Ende vor die Frage stellen, wem sie sich anvertrauen können: „Kinder und Jugendliche, die Opfer sexueller Übergriffe geworden sind, suchen die Schuld oft bei sich selbst und hegen große Zweifel, wer ihnen und ihren Erzählungen überhaupt noch Glauben schenkt.“ „Darüber hinaus“, ergänzt Stephani Gobernack vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar, „werden die Kinder von den Tätern seelisch und körperlich unter Druck gesetzt niemandem etwas zu erzählen oder sie erhalten Geschenke als eine Art Schweigegeld. Mit der nun gestarteten Aktion wollen wir den Opfern sexueller Übergriffe Mut machen, sich einem Erwachsenen anzuvertrauen, und den Weg aus der Einsamkeit zu finden.“ Das neuste Projekt des Netzwerkes Familie knüpft an die Verteilung von Taschen im vergangenen Herbst an. Auch da hatte die Netzwerk-Arbeitsgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“ mit Beteiligten vom Landkreis Goslar (Jugendschutz sowie der Fachstelle Kinderschutz und Schulspezialdienst), vom Frauenhaus Goslar und der Polizei Informationsmaterial an Schulen verteilt. Für die Kosten kommt der Landkreis Goslar auf, je nach Haushaltslage sollen weitere Stundenpläne beschafft werden. Die Arbeitsgruppe möchte so immer wieder dazu auffordern: Augen auf für den Kinder- und Jugendschutz!

Weitere Auskünfte erteilt Petra Franke vom Landkreis Goslar unter der Rufnummer (05321) 76-445 oder per E-Mail an P.Franke@landkreis.goslar.de

 

 

 

 

 

 

 

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