Neues Tanklöschfahrzeug TLF 300 für Goslar

(Von li): Ortsbrandmeister Udo Löprich, Oberbürgerbürgermeister Dr. Oliver Junk mit dem Symbolischen Schlüssel und Stadtbrandmeister Christian Hellmeier


Die Ortsfeuerwehr Goslar erhielt von Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk im Beisein vom Ersten Stadtrat Burkhard Siebert, Stadtbrandmeister Christian Hellmeier und Ortsbrandmeister Udo Löprich ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 3000.

Wegen der Corona-Pandemie waren nur noch der stellvertretende Stadtbrandmeister Frank Slotta sowie die Gruppenführer und Zugführer eingeladen. Das beschaffte Fahrzeug ersetzt ein Tanklöschfahrzeug 16/25. Das bisherige Fahrzeug wurde seit August 1995 bei 90 Prozent der Einsätze genutzt und war bei 3000 Einsätzen aktiv dabei, etwa 150 Brandeinsätze im Jahr. Zunächst war es als zweites Tanklöschfahrzeug eingesetzt. Hier war das Einsatzspektrum auch bei Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit dem früheren Rüstwagen umfangreich. Der Wechsel als erstgenutztes Fahrzeug bei Brandeinsätzen folgte im Dezember 2003. Das Einsatzspektrum bei Brandeinsätzen umfasste den brennenden Mülleimer, zahlreiche brennende Altpapiercontainer, Waldbrände und Gebäudefeuer. Wie viele Menschenleben durch die Einsatzkräfte des TLF gerettet wurden, ist nicht bekannt. Zu den besonderen Einsätzen gehört z.B. der Brand in der früheren Moschee in der Bäringer Straße, bei dem Gebäudefeuer kamen zwei Kinder ums Leben. Auch bei dem Gebäudefeuer im Sommer 2013 in der Petersilienstraße wurden mit dem Fahrzeug die Menschenrettung und erste Löschmaßnahmen eingeleitet. Fast 20 Personen konnten in Sicherheit gebracht werden, ein Mann überlebte den verheerenden Brand nicht. Bei einem der größten Waldbrände war auch das TLF 16/25 eingesetzt. Im Jahr 2003 gerieten 8,5 ha Waldfläche des Hüttenwaldes unweit der Granetalsperre in Brand. Die Nachlöscharbeiten zogen sich über Tage hin. Im Pendelverkehr wurde die erste Brandbekämpfung durchgeführt.

Das neue Fahrzeug kann nunmehr mit zwei weiteren Feuerwehrangehörigen besetzt werden.

Bisher gehörte eine Staffel bestehend aus einem Fahrzeugführer und fünf Einsatzkräften (1/5) zur Besatzung. Die Besatzung des neuen Tanklöschfahrzeugs kann mit zwei weiteren Funktionen (1/7) im Bedarfsfall eingesetzt werden. Bereits während der Anfahrt können sich vier Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten ausrüsten. Dies war bisher nur zwei Einsatzkräften möglich. Diese und weitere einsatztaktische Verbesserungen wirken sich bei dem immer umfangreicher werdenden Einsatzspektrum positiv aus.
Die Beladung wurde angepasst. Eine Vermischung der Fahrzeuge im Löschzug und dem Hilfeleistungszug ist somit nicht mehr erforderlich. Das neue MAN Fahrzeug TGM 13.290 4X4 BL hat ein 13 Tonnen Fahrgestell, 290 PS, Allradantrieb mit Blatt-/Luftfederung und einen Euro 5 Motor, der Anschaffungswert liegt bei gut 400.000 Euro.

Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk hofft, dass die nächste Fahrzeugübergabe wieder im großen Kreis stattfinden kann.

Er dankte der Verwaltung für die Ausarbeitung und Ausschreibung des Fahrzeuges und dem Rat für die Bereitstellung der Gelder. Erfreut zeigte er sich darüber, dass bei der Feuerwehr nicht gestrichen wird. „Wichtig ist es, Jahr für Jahr neue Fahrzeuge anzuschaffen, sonst entsteht ein großer Beschaffungsstau“, so Junk.
„Was wir erarbeitet haben wurde 1:1 umgesetzt. Das Fahrzeug passt besonders für eine Schwerpunktfeuerwehr für den Erstangriff“, so Stadtbrandmeister Christian Hellmeier. Er wies darauf hin, keine gebrauchten Fahrzeuge zu kaufen, die neuen laufen 20 bis 25 Jahre, wir haben somit die modernste Technik auf den Fahrzeugen. Der Stadtbrandmeister dankte den drei hauptamtlichen Gerätewarten, sie richten die „nackten“ Fahrzeuge mit viel Arbeit neu ein.
Ortsbrandmeister Udo Löprich dankte der Stadt für die hervorragende Ausstattung des Fahrzeuges, was ziemlich viel Geld gekostet hat. „Auch wenn die OF Goslar bei Fahrzeugübergaben keine riesen Show veranstaltet, wir sind mindestens so glücklich diese Fahrzeug bekommen zu haben, wie alle anderen auch“, so Löprich.

Auf dem Fahrzeug hat jedes Gerät seinen Sinn und Zweck, hier wurde kein Geld verschwendet, hier wurde in die Sicherheit investiert.

Das abgängige Fahrzeug, TLF 16/28 wird demnächst in einem Auktionshaus in Chemnitz versteigert. Bald gibt es wieder ein neues Fahrzeug, der Gerätewagen Logistik aus dem Hochwasserkonzept wird bald in Betrieb genommen. Dann geht es weiter, im September erhält die Ortsfeuerwehr Immenrode ein LF 10 und für die Ortswehr in Wiedelah ist auch schon ein neues Fahrzeug bestellt.

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