Sonderausstellung Schneiderhandwerk im Heimathaus Alte Mühle


Am Sonntag, den 07. August 2022, eröffnete Dorothee Schacht, 1. Vorsitzende des Förderkreises Heimathaus Alte Mühle, eine neue interessante Sonderausstellung über das Schneiderhandwerk.

Sie erinnerte dabei an die kürzlich verstorbene Christel Hotop, denn von ihr stammte die Idee zu dieser Ausstellung.
Christel Hotop hat lange Jahre im Heimathaus aktiv mitgewirkt und viele Ausstellungen mit vorbereitet. Sie selbst hatte Damenschneiderin in Bremen gelernt und lange Jahre für das Herren- und Damenausstattungsgeschäft Cassebaum in Schladen genäht. So hatte sie den Umgang mit Stoffen und das Nähen von der Pike an gelernt und konnte diese Erfahrung beim großen Verkaufshaus Horten in Braunschweig, wo sie viele Jahre als Verkäuferin in der Gardinenabteilung arbeitete, ausüben und weitergeben. Einige Stücke in der Ausstellung hatte sie früher schon dem Heimathaus zur Verfügung gestellt.

Bei der Eröffnung bedankte sich Dorothee Schacht besonders bei Jutta Baudach und den anderen Mitgliedern des Arbeitskreises, die die Ausstellung wunderschön mit Utensilien rund ums Schneiderhandwerk dekoriert hatten. Jutta Baudach ist selbst gelernte Herrenschneiderin und hat deshalb auch ein besonderes Händchen für Stoffe.

Nach der Begrüßung schwelgten viele Besucherinnen und auch Besucher beim Anblick der historischen Nähkunst und anderen Ausstellungsstücke, wie die schönen alten Nähmaschinen der Marken Pfaff, Adler, Privileg und Kayser, in Erinnerungen, da sie vieles selber, oft von Oma noch kannten. Einige Besucherinnen kamen selbst aus der Branche und bewunderten verschiedene Handarbeiten, schöne Stickereien, Häckel- und Strickarbeiten, Klöppelarbeiten, historische Unterwäsche, wie Damen- und Herrenunterhosen, Nachthemden, wie man sie um die Jahrhundertwende getragen hatte, aber auch Kleidung und Abendkleider, alte Scheren und Bügeleisen.
Besonders interessant sind auch die originalen Lehrbriefe, die noch kurz vor der Eröffnung für die Ausstellung zur Verfügung gestellt wurden. Von Helene Klinge stammt ihr Prüfungszeugnis von 1928 und auch ihr tolles selbstgenähtes Hochzeitkleid.
Meisterbriefe u.a. der vom Herrenausstatter Walter Cassebaum von 1936, Nähproben und -anleitungen, Schnittmusterbücher und Schnittanleitungen, Stoffproben, genähte Kleider aus dem 19. Jahrhundert, halt alles, was zum Schneiderhandwerk dazugehört, können

im Heimathaus noch am 04.09., 02.10. und am 06.11.2022 immer von 14 bis 17 Uhr besucht werden.

Auch Sonderführungen sind möglich. Dafür bitte unter 05335 5861 melden.

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