Stadtarchiv Hornburg veröffentlichte ein weiteres Buch

Von li: Henning Meyer, Dr. Sibylle Heise und Andreas Memmert.


In Zusamenarbeit von Dr. Sibylle Heise und Henning Meyer entstand ein einzigartiges Buch

Die Ortsheimatpflegerin, Historikerin und Stadtarchivarin Dr. Sibylle Heise hat in Zusammenarbeit mit Fotograf Henning Meyer ein interessantes und in seiner Art wohl einzigartiges Buch mit dem Titel: „Engel, Tiere und Pflanzen in der Marienkirche Hornburg“ herausgebracht. Henning Meyer hatte 400 Fotos mithilfe seiner Frau und Dr. Sibylle Heise dazu gemacht.

„Wir hatten 4 Fototermine in der Kirche und sie wusste immer ganz genau, was ich fotografieren soll“, sagte er schmunzelnd. „Ich bewundere ihren Blick für die Kunstgegenstände“, sagte Henning Meyer dazu. 100 Aufnahmen davon wurden für den neuen, 88 Seiten langen Bildband ausgewählt, die Henning Meyer am Computer mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet hat, damit sie im Buch noch besser dargestellt werden konnten.
Sie zeigen Skulpturen, Wappen, Engel, Tiere und Pflanzen. Auf der südlichen Empore z. B. befindet sich ein Wappen von 1616, das den Hopfenanbau zeigt. Die Hornburger Kirche ist reich an solchen Familienwappen, erklärte Sibylle Heise. Der Bürgermeister Andreas Memmert zeigte sich sehr beeindruckend über das Gemeinschaftswerk von Dr. Sibylle Heise und Henning Meyer.

Die Stadtarchivarin hatte sich die Marienkirche in vergangen Zeit einmal näher angesehen und dabei festgestellt, dass die evangelische Marienkirche Beatae Mariae Virginis in der Nähe des Marktplatzes in Hornburg eine kunsthistorisch höchst bemerkenswerte Pfarrkirche aus dem Jahre 1616 ist. In diesem Jahr ist der Rohbau entstanden und bietet ungeheuer viel an Details. In ihr fanden vor etwa vier bis fünf Jahrhunderten zahlreiche Engel, manche musizierend, andere auf die Vergänglichkeit hinweisend, dazu Tiere, selbst Hunde und Katzen, aber auch Pflanzen, sogar Knoblauch und Lorbeer, einen Platz.

„Nicht alle sind leicht zu finden“, sagte Dr. Sibylle Heise dazu

Daher hat Fotograf Henning Meyer sie fotografiert, um mit den Fotos ihre Bedeutung für die Gläubigen mit wenigen Worten darzustellen.
Die Marienkirche ist eine der wenigen Pfarrkirchen, die zwischen der Reformation und dem 30-jährigen Krieg gebaut wurde. Für den Neubau wurde die Inneneinrichtung zu einem großen Teil neu geschaffen, einige Stücke, die nach der Reformation 1553 angefertigt worden waren, wurden aus dem Vorgängerbau übernommen. Vorreformatorische Ausstattungsgegenstände wurden – mit Ausnahme der den Gläubigen nicht sichtbaren Glocken und eines silbernen Kelches aus dem 15. Jahrhundert – nicht übernommen.

Nach der Reformation und für die alte Kirche wurden ein Altar und ein Taufbecken gefertigt, mehrere Grabmale für die adeligen Hornburger Amtshauptleute und deren Familienangehörigen, eine Wappentafel für den Besitzer eines Freigutes in Hornburg, Epitaphien für die Ehefrau eines Hornburger Bürgermeisters und für die beiden ersten lutherischen Hornburger Pastoren. Für den Neubau geschaffen und gestiftet wurden ein Altar und die Kanzel, Emporen und Gestühl vom damaligen Hornburger Amtshauptmann und dessen Mutter und wurden um 1700 von den jeweiligen Besitzern verändert. 1708 wurden Orgel und Orgelempore erneuert. Zwei Grabsteine aus der Zeit um 1700 dürften erst sehr viel später in der Kirche aufgestellt worden sein.

Die reiche Ausstattung ist bis heute erhalten geblieben und unterweist seit Jahrhunderten die Gläubigen in der Lehre Luthers. An diesen Ausstattungsgegenständen finden sich zahlreiche Skulpturen und Gemälde von Engeln, Tieren und Pflanzen. Daher auch der Titel dieses „engelhaften Werkes“. Dr. Sibylle Heise hat nun versucht, in dem Bildband mit wenigen Worten zu erklären, was für einen Christen damals von Bedeutung war.

„Diese ganzen Kunstgegenstände haben ja einen christlichen Kontext, den wir heute als Christen eigentlich gar nicht mehr verstehen, aber damals waren sie Menschen sehr bekannt. Heutzutage gehen die Menschen durch die Kirchen und sehen gar nicht die Details. Früher gab es ja auch noch kein Fernsehen oder den Rundfunk, es gab nur lange Predigten in den Kirchen und den Dorfklatsch“, sagte sie weiter. Der Bildband ist im Ostfalia-Verlag erschienen und kostet 12,90 Euro. Erhältlich ist das Buch aber auch im Amt für Tourismus in Hornburg und ist unter der ISBN Nr. 978-3-96226-057-6 zu bestellen.

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