Kein Kiesabbau in Wiedelah

Kiesabbau in Wiedelah

Sieht es so bald in Wiedelah aus?


Das Unternehmen Raulf Kies GmbH & Co. KG plant die Gewinnung von Kiesen und Sanden im Nassabbau in Wiedelah und hat beim Regionalverband Großraum Braunschweig die Prüfung des Vorhabens beantragt.

Im Regionalen Raumordnungsprogramm für den Großraum Braunschweig (RROP) 2008 ist die Fläche als Vorranggebiet Rohstoffgewinnung Ki (Kies) festgelegt. Die Fläche befindet sich südlich des Wiedelaher Sees, westlich der Kläranlage und östlich des Betonwerkes.
Das Vorhaben hat eine Gesamtgröße von etwa 27 ha, die Mächtigkeit der Lagerstätte beträgt 13,5 – 15,5 Meter. Es wird ein verwertbarer Rohstoffvorrat von 2,9 Mio. t erwartet und eine Versorgungsdauer von 25-30 Jahren angenommen.
Bei den betroffenen Flächen handelt es sich v.a. um landwirtschaftliche Nutzflächen, im Süden ergänzt durch ca. 4 ha Brachland.

Warum sollte mich der Kiesabbau stören?
Wieso bedroht der Kiesbabbau die Zukunft Wiedelahs?

Der geplante Kiesabbau stellt in besonderem Maße eine Gefährdung der Menschen und der Natur dar. Das geplante Abbaugebiet grenzt unmittelbar an das Naturschutzgebiet Oker- und Eckertal, an das Naturgebiet Wiedelaher See und das Vogelschutzgebiet Okeraue, sowie an die Kläranlage. Die geplante Abbaustätte liegt zudem innerhalb des Trinkwasserschutzgebietes Börßum, Schutzzone IIIB. Außerdem befindet sich der geplante Abbau im Überschwemmungsbereich der Ecker und Oker. Das Abbaugebiet grenzt zudem direkt an die bestehende Wohnbebauung und an die geplanten Neubaugebiete Wiedelah.

Staub- und Lärmbelastung u. Erschütterung

Die Anwohner werden einer hohen Staub- und Lärmbelastung ausgesetzt sein. Die Grundstücke werden an Wert verlieren.
Der Schwimmbagger, der Rüttler und der Brecher sowie die Förderanlagen selbst machen enormen Lärm und Dreck und führen zu Erschütterungen
Wenn wie geplant innerhalb der nächsten 25 Jahre insgesamt 2,9 Millionen Tonnen Kies abgebaut und per Lkw abtransportiert werden sollen, dann werden zukünftig pro Tag über 100 Lkw einmal leer und noch einmal beladen auf der Wülperoder Straße mitten durch Wiedelah fahren.
Nach dem Plan der Raulf Kies GmbH & Co. KG soll der Verkehr über die Wülperoder Str. nach Norden in Richtung B 82 abgeführt werden. Aber werden sich die Lkw-Fahrer an diese Routen-Empfehlung halten und einen Umweg fahren? Wer kontrolliert das?
Alle drei Minuten würden Kieslaster durch den unmittelbaren Ortskern von Wiedelah donnern, dessen Straßenverlauf und -breite Begegnungen von Kieslastern gar nicht zulässt. Dazu kommen noch die Lkw, die zum Betonwerk fahren und von da kommen.
Das starke Befahren der Wülperoder Str. würde zu einer Überbeanspruchung der Straße und damit zu erheblichen Straßenschäden führen.
Die Belastungen durch Lärm, Staub und Erschütterung wären für die Bewohner Wiedelahs und die Bausubstanz entlang der Straße unzumutbar.

Grundwasser / Absenkung des Grundwasserspiegels

Durch den Kiesabbau ist außerdem zu erwarten, daß der Grundwasserspiegel in Wiedelah rapide sinkt. Für den Betrieb von Hausbrunnen und Wärmepumpen und Erdwärmeanlagen sind dadurch Beeinträchtigungen zu befürchten. Schäden für die Bausubstanz durch die Absenkung des Grundwasserspiegels sind ebenfalls zu erwarten.
Das geplante Vorhaben würde zu einer erheblichen Minderung der Lebens-und Wohnqualität, zur täglichen gesundheitlichen Belastung der Einwohner Wiedelahs, zu bausubstanziellen Schäden und insgesamt zu einer deutlichen Entwertung des Grundeigentums führen.
Durch die Auskiesung wird die Grundwasserüberdeckung und somit auch die Schutzfunktion des Bodens beseitigt. Grundwasser, das eine geringe Nitratbelastung aufwies, kann stärker nitratbelastet werden. In Regionen mit Kies- und Sandabbau findet sich teilweise Grundwasser mit höherer Fließgeschwindigkeit und denitrifizierenden Eigenschaften.

Umweltschutz und der Naherholung

Auch aus der Perspektive des Umweltschutzes und der Naherholung bietet das geplante Abbaugebiet Besonderheiten, die es zu schützen und zu bewahren gilt. So sind mit der Maßnahme auch erhebliche Beeinträchtigungen auf die „Schutzgüter“ Tiere und Pflanzen zu erwarten. Besonders seien hier streng geschützte Arten wie der Eisvogel, der Neuntöter, Zwergtaucher und der Rotmilan genannt. Der Abbaulärm und Erschütterungen im Erdreich sowie die Lärmbelastung durch den LKW-Transport werden negative Auswirkungen auf die Biodiversität des angrenzenden Naturschutzgebietes Oker- u. Eckertal und des Wiedelaher Sees haben.

Stoppen wir dieses unsinnige Vorhaben! Nur gemeinsam können wir noch verhindern, dass ein lebenswertes Wiedelah für die Profitgier eines
Unternehmens auf unser aller Kosten zerstört wird.

Stellungnahmen und Hinweise an den Regionalverband Großraum Braunschweig zum Raumordnungsverfahren sowie zum Planfeststellungsverfahren zum Vorhaben „Bodenabbau Wiedelah“ sind nur noch bis zum 31.08.21 möglich!

Mitmachen! JETZT müssen wir aktiv werden!

Helfen Sie mit, den Kiesabbau in Wiedelah zu verhindern!
Hängen Sie ein Bettlaken oder ein Poster an Ihren Zaun, an Ihre Grundstücksgrenze oder an Ihr Fenster. Schreiben Sie einen Protestbrief an unseren Oberbürgermeister, unsere Ministerien und Abgeordneten!
Schreiben Sie bis zum 31.08.21 eine Stellungnahme an den Regionalverband Großraum Braunschweig. Je mehr Einwendungen dort eingehen, desto besser!
Wir wollen uns treffen, organisieren und Aktivitäten planen.

Kommt zur Bürgerversammlung!
30.07.2021, 19 Uhr im Sportheim, Wülperoder Straße 45

 

Wichtige Adressen:
https://www.regionalverband-braunschweig.de/regionalplanung/rov/bodenabbau-wiedelah/

https://www.goslar.de/images/pdf/bekanntmachungen/2021/20210705_Unterlagen_Scoping_Planfeststellung_Kiesabbau_Wiedelah.pdf

Regionalverband Großraum Braunschweig, Frankfurter Str. 2, 38122 Braunschweig

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