Tierischer Besuch im Abendfrieden


Zwei Esel und eine Schulklasse besuchten die Bewohner*innen des Senioren- und Pflegeheims Abendfrieden Goslar im Garten des Innenhofes

Zu Gast war die Klasse 8a der Adolf-Grimme-Gesamtschule aus Oker mit ihrer Lehrerin Sabine Rehse. Dazu kamen die beiden genügsamen Senioreneseln „Mohar“ 30 Jahre und „Peppino“ 29 Jahre, für die extra ein Gehege aufgebaut worden war.

Der Besuch hat eine kleine Vorgeschichte: In den vergangenen fünf Jahren packten unzählige Schüler*innen der Adolf-Grimme-Gesamtschule traditionell am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien Geschenkepäckchen, um an den Weihnachtsfeiertagen Senior*innen zu besuchen, die Weihnachten allein im Seniorenheim verbringen. Dabei schenkten sie ihnen viel Zeit in gemeinsamen Gesprächen, die von gegenseitiger Wertschätzung geprägt waren. Doch in diesem Jahr konnten diese Besuche wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.
Diese Tatsache veranlasste die Klasse 8a zu einer kreativen Alternative. Bereits seit Juni schrieben sie sich regelmäßig Briefe mit Bewohnern im Seniorenheim Abendfrieden. Die Briefpartner erhielten nun am 1. Dezember einen Adventskalender von den Achtklässlern. Eine besondere Aktion verbarg sich hinter dem 15. Türchen. Um die Vorfreude zu erhöhen, erhielten die Senior*innen bereits einen Tag zuvor ein „Malen nach Zahlen“-Rätsel in ihrem Adventskalender mit dem Hinweis, dass das Tier, das dabei entsteht, sie am nächsten Tag im Abendfrieden besuchen komme. Und so stand die Klasse 8a mit ihrer Lehrerin im Garten des Abendfriedens.

Die Schüler*innen lasen bei ihrem besuch die Weihnachtsgeschichte „Der Esel und der liebe Gott“, ein Märchen über Weihnachten aus Sicht des Esels vor.

Am Ende der Geschichte wurde der kleine Esel als Dank für den sicheren Transport des Christkindes sowie für seine Sanftmut, seine Treue und seine Tapferkeit von Gott mit einem Kreuz auf dem Rücken gesegnet. Das in der Geschichte beschriebene, eseltypische Schulterkreuz – die markante, schwarze Fellzeichnung auf dem Rücken eines Esels – konnten sich die Senior*innen im Anschluss aus nächster Nähe bei „Mohar“ und „Peppino“ ansehen. Die beiden Grautiere freuten sich nicht nur über den saftigen Rasen, sondern auch über die Apfelspalten, die sie den Senior*innen vorsichtig aus den Händen nahmen.
Das „Gebet des Esels“ las Teresa Hellmann vor, Leiterin des begleitenden Dienstes im Haus Abendfrieden. Sie sowie die das Projekt betreuende Lehrkraft Sabine Rehse waren begeistert von dem sozialen, ehrenamtlichen Engagement der Jugendlichen und den gelungenen Aktionen. Obwohl Jung und Alt dabei viele Meter entfernt voneinander waren, so waren sie sich doch auf eine gewisse Weise ganz nah. Insbesondere während der Corona-Pandemie, die mit sozialer Distanz einhergeht, ist es besonders kostbar, zwischenmenschliche Begegnungen und gegenseitige Wertschätzung zu erleben.
Die Klasse 8a erhielt wieder zahlreiche Post von den Bewohnern des Haus Abendfrieden. Als Dank für ihren Auftritt bekamen alle Kinder der Klasse 8a noch ein süßes Präsent. Für die 118 Bewohner des Senioren- und Pflegeheims war der Eselbesuch eine besondere Abwechslung, denn von März bis Mai konnte kein Besuch empfangen werden, später nur im Besuchszimmer nach vorheriger Anmeldung.

Homepage Abendfrieden Goslar

ein ein weiterer Bericht aus dem Haus Abendfrieden

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