Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum Langelsheim

Dr. Monica Dahms


Mit der Sonderausstellung „Eine modische Zeitreise zu unseren Großeltern“ nahm das Heimatmuseum Langelsheim seinen Betrieb wieder auf

Museumsbeauftragter Walter Bosse konnte neben Bürgermeister Ingo Henze auch eine ehemalige Langelsheimerin, Christa Stevens, geb. Ihle, aus Garbsen begrüßen. Sie hat mehrere Kartons mit historischer Kleidung für die Ausstellung besorgt. Der Ursprung zu dieser Ausstellung kam von Dr. Monika Dahms aus Hornburg. Vor Jahren fragte sie nach, ob das Heimatmuseum alte Kleidung im Fundus hat, sie benötige diese für Vorführungen. Frau Dahms probierte nach Sichtung des Kleiderschrankes ein altes Kleid an und es saß wie angegossen. So entwickelte sich der Gedanke, hier im Museum eine Ausstellung mit alten Kleidern zu präsentieren. Die Presse wurde eingeschaltet um für Kleiderspenden zu werben. Die Resonanz war gewaltig: aus Langelsheim mit Ortsteilen, aus Hornburg, Garbsen, Alt Wallmoden, Schellerten, Bad Harzburg, Goslar, Upen, Wildemann und Wolfenbüttel kamen die Spenden. Überrascht war Walter Bosse, was für modische Schätze auf den Dachböden schlummerten. Fast alle Ausstellungstücke sind Spenden, es sind nur einige Leihgaben dabei.

Im Erdgeschoss ist zu sehen, wie unsere Vorfahren damals gekleidet waren.

Noble Oberbekleidung und schicke praktische Unterwäsche aus Seide, Samt und Spitzentechnik, aber auch Unterwäsche aus Leinen ist ausgestellt. Darunter auch ein Brautkleid, versch. Blusen und Röcke aus den Jahren 1890 bis 1914. Abendkleider aus Seide für die gehobene Gesellschaft gehören ebenso zu den besonderen Exponaten wie Harzer Trachtenjacken. Bei den Damen waren Pelze beliebt: mit Fuchs, Nerz oder Hermelin peppten sie ihr Erscheinungsbild auf. Die Herrenmode aus den Jahren 1910 bis 1920 präsentiert sich mit schwarzem Gehrock, Zylinder, weißem Hemd und Gehstock. Zu finden auch die „praktische Brunzhose“ für Landfrauen, sie wurde bis zum 20. Jahrhundert als Damenunterhose bezeichnet, da die Verbindung der beiden Beinteile eine von vorn bis hinten reichende, schlitzartige Öffnung im Schritt aufwies. Weiterhin eine originale „Lodenkotze“, sie ist etwa 100 Jahre alt und in Handarbeit gefertigt. In dem edlen Stück können die Hände in kleinen Taschen im Stehen gewärmt werden. Auch Alltagskleidung der Bauern ist ausgestellt, mit Reithose und Feldmütze.

In der Küche sind noch zur Ausstellung passende, alte Haushaltsgeräte zu sehen.

Im Nebenraum wird mit einer Dia-Schau die Kleidung gezeigt und beschrieben, begleitet von alten Bänkelliedern. Auf dem Tisch im Schulzimmer liegen alte Langelsheimer Motive aus. Der Spielmannszug der Feuerwehr Langelsheim hat dem Museum verschiedene Musikinstrumente zur Verfügung gestellt. So ist eine Vitrine mit Musikinstrumenten gefüllt, vom Schellenbaum über Tambomajorstöcke, Trompeten und Pfeifen bis zu schwarzen Helmen für Beerdigungen und weiße für Umzüge. Auch eine Schneiderelle wurde von Walter Bosse präsentiert. Das 50 cm formierte edle Stück ist innen hohl und mit getrockneten Erbsen gefüllt.

Die Ausstellung ist durchgehend, auch in den Sommerferien bis zum Jahresende zu sehen.
Geöffnet ist das Heimatmuseum in der Harzstraße immer zu den üblichen

Öffnungszeiten:
jeden ersten und dritten Sonntag von 10.30 Uhr bis 12 Uhr und
jeden zweiten und vierten Samstag im Monat von 15 bis 17 Uhr.

Sonderführungen von Gruppen sind beim Museumsbeauftragten Walter Bosse unter der Telefonnummer (05326) 1786, anzumelden.

Besucher müssen weiterhin die Hygienevorschriften beachten, also eine Maske tragen und Abstand halten. Beim Eintritt kann die Luca-App genutzt werden, sonst muss man sich in die ausliegende Liste eintragen.

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